Anthony D'Ambrosio
Anthony D’Ambrosio aus den USA ist seit vielen Jahren ein hervorragender Parcours Designer und guter Freund von mir – und er hatte die Idee. Nämlich endlich den Wassergraben auf ein neues Sicherheitsniveau zu bringen, welches dem heutigen Stand der Technik entspricht. Wir brauchen im Sport einen Wassergraben, der Verletzungsrisikos reduziert und durch seine Konstruktion und Optik die Sicherheit im Springreiten weiter erhöht.

Anthony und ich haben unsere Erfahrungen ausgetauscht, die wir in jahrzehntelanger Tätigkeit im Springsport mit den unterschiedlichsten Wassergräben auf großen und kleinen Turnieren dieser Welt gesammelt haben. Auf dieser Grundlage haben wir einen neuen Sicherheits-Wassergraben konstruiert.

Bestärkt wurden wir auch durch die aktuelle FEI Regel: alle Wassergräben müssen eingegraben werden.

Die Zeit der fest installierten Beton-Wassergräben, die immer nur an der gleichen Stelle des Turnierplatzes positioniert waren, ist sowieso vorbei. Heute benutzen wir transportable Gummi-Wassergräben, die den Standort zumindest von Jahr zu Jahr wechseln und manchmal sogar mehrmals innerhalb eines Turniers an anderen Stellen eingebaut werden.

Bei der Neukonstruktion des Wassergrabens hatten für uns 5 Kriterien Priorität:

1. Reduzierung der Tiefe

Die meisten Verletzungen ereigneten sich in der Vergangenheit bei Wassergräben, die einfach zu tief waren. Ich selbst bin vor Jahren Zeuge in Dublin gewesen, als im Nationenpreis ein Pferd der irischen Mannschaft in einen neu angelegten Wassergraben sprang, der 40 cm tief war. Ergebnis: Beinbruch. Bei Landungen in tiefen Wassergräben verlieren die Pferde schnell den Halt und Pferd und Reiter finden sich auf dem Boden wieder.

Wir Parcours Designer legen deshalb Wert darauf, dass Wassergräben nicht tief sondern so flach wie möglich angelegt sein sollen. Somit ist der von Antony und mir konzipierte Wassergraben nur 7,5 cm tief. Wenn sich hier ein Pferd im Absprung vertut und zum Beispiel mitten im Graben landet, wird es trotzdem in den meisten Fällen sicher auf den Beinen bleiben.

2. Verbesserung des Landebereichs

Besonders kritisch ist auch der Landebereich, und zwar der Bereich vor dem weißen Plasticine. Springt ein Pferd zu kurz, darf der bei der Landung nach vorn gleitende Huf auf keine Stolperstelle treffen. Deswegen haben wir bei dem Sicherheits-Wassergraben an den beiden langen Seiten Gummi-Keile vorgesehen. Dies sind praktisch 30 cm lange Rampen, die mit ihrer flachen Steigung den Landedruck reduzieren und ein sichereres Aufsetzen unterstützen.

Der Graben selbst besteht im Bodenbereich aus zwei Gummimatten, nämlich aus einer 6 mm schwarzen Vollgummi-Platte und einer 6 mm blauen (wahlweise schwarzen) Gummimatte. Die blaue Matte ist in der Mitte des Grabens mit der schwarzen Bodenmatte verklebt. In Richtung „lange Seite“ ist sie aber geöffnet. Die Gummi-Keile liegen somit unter der blauen Matte und werden von dieser fest fixiert.

Die Keile haben eine weitere Funktion. Sie sind etwas tiefer als der Rand des Wassergrabens und weisen auf den letzten 7 cm eine gerade Fläche auf. Hierauf liegt das weiße Plasticine, das den Wassergraben begrenzt.

3. Schneller Wechsel der Sprungrichtung

Der Graben ist an beiden Seiten mit Rampen versehen, damit beim Richtungswechsel – z.B. erstes Springen Sprungrichtung nach links und zweites Springen Sprungrichtung nach rechts – nur das Plasticine und das Absprung-Element auf die andere Seite gebracht werden muss. Schneller geht es nicht.

4. Optische Aufwertung

In der Natur hat Wasser die unterschiedlichsten Farben. Von glasklar, wenn es aus dem Wasserhahn kommt bis hin zu schmutzbraun nach langen Regenfällen. In unserer Vorstellung ist es aber am schönsten, wenn es blau aussieht. Das hat mit Urlaub- und Freizeitgefühl zu tun. Also färben wir Parcours Designer seit Jahren die Wassergräben bei Turnieren mit der Farbe Blau ein. Nicht nur weil wir das schön finden, sondern weil wir einen optischen Kontrast zum Sand- oder Grasboden herstellen wollen, der den Pferden hilft, den Graben als Hindernis zu erkennen.

Gummigräben sind normalerweise schwarz, denn schwarzes Gummi ist billiger als blaues. Und so mischen wir intensiv blaue Farbe in das Wasser, damit Pferde und Zuschauer kein trauriges Schwarz erkennen. Wenn dann der Parcours Designer bestimmt, dass der Graben an eine andere Stelle des Turnierplatzes gebracht werden soll, wird das gefärbte Wasser aus dem Graben gekippt. Mit dem Ergebnis, dass auf dem Sand oder Gras ein großer blauer Fleck zu sehen ist. Bei dreimaligem Standortwechsel hat man dann 3 blaue Flecken.

Der Sicherheits-Wassergraben ist mit einer blauen Gummimatte bestückt, damit das Pferd den Graben klar und sicher erkennen kann. Mit dem positiven Nebeneffekt: das Wasser muss nicht mehr blau gefärbt werden.

5. Schneller und einfacher Positionswechsel auf dem Turnierplatz

An den beiden langen Seiten des Sicherheits-Wassergrabens befinden gerade Begrenzungs-Stollen, wir nennen sie T-Stollen. An den kurzen Seiten sind jedoch keine geraden sondern wellenförmige Begrenzungen angebracht. Das hat einen einfachen Grund. Wären nämlich an allen 4 Seiten T-Stollen, könnte der Graben nicht aufgerollt werden. Bei jedem Umbau an eine andere Stelle oder bei jedem Einlagern im Winter müsste man ihn falten, was auf Dauer dem T-Stollen nicht gut tut und das Bewegen dieses dann unförmigen Gebildes erschwert.

Der seitliche Wellenstollen ermöglicht jedoch, dass der Graben wie ein Teppich zusammengerollt und leicht transportiert werden kann. Das Umbauen während des Turniers ist damit leicht und schnell gemacht. Man sieht: Auch Parcours Designer wollen nachts nicht mehr zu lange arbeiten.

Für die Sicherheits-Wassergräben besteht Designschutz. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich, und die ersten Produkte sind bereits im Einsatz. Wer weiterhin das Wasser einfärben möchte, kann anstatt der blauen Gummimatte auch eine schwarze erhalten.

USA Kunden kontakten am einfachsten Anthony D’Ambrosio ada7777@aol.com. Andere Interessenten wenden sich bitte an info@olaf-petersen.com

Olaf Petersen